Jugend ohne Job.










Was ist mit der Jugend?

Lehrstellenlücke fast dreimal größer als bisher offiziell angenommen!

23.000 Jugendliche suchen eine Lehrstelle in einem Betrieb –
Unternehmer meldeten in der Corona-Krise nur 4.600 offene
Plätze!

Die offizielle Zahl von derzeit 8.400 Lehrstellensuchenden wäre schlimm genug. Tatsächlich suchen 23.000 Jugendliche eine Lehrstelle in einem Betrieb – fast dreimal so viele wie offiziell, zeigt die Auswertung der aktuellen Zahlen des Arbeitsmarktservice durch die AK ExpertInnen.

Die Zahlen im Detail: Anfang Mai waren 8.366 Jugendliche als sofort lehrstellensuchend gemeldet, dazu kommen 4.339 in Schulungen des Arbeitsmarktservice und 10.063 in der vom Bund und den Ländern finanzierten überbetrieblichen Ausbildung – in Summe 22.768. Sie alle suchen eine Lehrstelle in einem Betrieb, aber die Unternehmer meldeten nur 4.561 offene Lehrstellen. Das ergibt eine Lehrstellenlücke von 18.207 Ausbildungsplätzen, die in den Betrieben fehlen. So riesig war die Lehrstellenlücke seit 2010 nicht mehr.

Job- und Ausbildungsdieb: Corona

Welche verheerenden Folgen die Corona-Krise für die Jugendarbeitslosigkeit hat:

Aufgrund der Corona-Krise stehen Jugendliche aktuell im Spannungsfeld von gesetzlicher Ausbildungspflicht und aktueller Chancenlosigkeit am Lehrstellenmarkt. Jugendliche sind von Wirtschaftskrisen als erste und besonders stark betroffen. Das hat uns auch die Finanzkrise 2008 bewiesen.

Wir erleben derzeit eine noch nie dagewesene Arbeitslosigkeit! 83.784 Personen unter 25 Jahren sind aufgrund dieser Pandemie ohne Jobs. Die Jugendarbeitslosigkeit hat sich in kürzester Zeit verdoppelt, mindestens 18.207 Lehrstellen werden im Herbst fehlen. Die Corona-Krise, droht sich zur schlimmsten Wirtschaftskrise in der Geschichte der 2. Republik zu entwickeln. 



„Ich kann nicht mehr!“

Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit machen krank:

Junge Menschen, die keinen Job oder keine Ausbildung haben, leiden wesentlich öfter unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Genau genommen verdoppelt Arbeitslosigkeit die Wahrscheinlichkeit, dass junge Menschen psychisch erkranken. Erschreckend: Ein Drittel der Selbstmorde in Griechenland in der Wirtschaftskrise 2008 war auf die Perspektivenlosigkeit von Jugendlichen zurückzuführen.

Wer verhindert, dass junge Menschen in einen Strudel aus Angst, Depressionen und Perspektivlosigkeit geraten?

Arbeitslosigkeit und Kriminalität

Werden Arbeitslose Jugendliche öfter kriminell?

Wie polizeiliche Kriminalstatistiken beweisen – Jugendliche, die straffällig werden, sind häufig arbeitslos und ohne Ausbildung. Dies ist vor allem deshalb ein Problem, da der Zugang zu einem Beruf zu einem eigenverantwortlichen Leben verhilft, und zwar nicht nur in Österreich, sondern weltweit. 

Arbeitslosigkeit ein großer Faktor, der das Einkommen begrenzt und daher mittelbar dafür sorgen kann, dass die Spannung zwischen kulturell akzeptierten Zielen und den wirtschaftlichen Möglichkeiten wächst.


Früher war alles besser …

Wenn die #LostGeneration unfreiwillig zum Negativbeispiel wird:

In Österreich lag die Jugendarbeitslosigkeit in den 1990er-Jahren bei circa 5 %. In den 20 Jahren des 21. Jahrhunderts stieg dieser Wert auf 9 bis 11 % an. Die Wahrscheinlichkeit, als junger Mensch arbeitslos zu werden, ist somit seit den 1990er-Jahren deutlich gestiegen und hat sich fast verdoppelt!



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